Projekte 2007 Realisierungen HORT-MITTE SCHKEUDITZ [R]

HORT-MITTE SCHKEUDITZ [R]

Planung / Bauantrag

MA P.Lüdike (Dipl.Ing.(FH) M.arch)

ANSICHT_SD

Im  Rahmen der Umstrukturierung im Zentrum der Stadt Schkeuditz wurde auf dem Gelände der  ehemaligen Brauerei ein Hortneubau für 200 Kinder errichtet, um die benachbarte Grundschule zur Ganztagsschule zu erweitern. Mittelfristig soll hier ein Schulcampus geschaffen werden,  welcher durch ein Gymnasium und eine Mehrfeldsporthalle ergänzt wird. Städtebaulich orientiert sich der Hort  in seiner Orthogonalität an der bestehenden Grundschule und bildet eine südliche Fortführung. Der nach außen kompakt wirkende, zweigeschossige Baukörper hat eine Abmessung von ca. 38x28 Meter. In die Diagonale verschobene Linien brechen die äußere Rechtwinkligkeit im Inneren auf und bilden die Grundlage für Einzelbereiche und funktional  bedingte Fugen, wodurch die unterschiedlichen Inhalte ablesbar werden ohne ihre Zugehörigkeit zum Ganzen zu verlieren. Durch die räumlichen Aus- und Einschnitte der Dachterrassen, Eingänge und Loggien wird die Schlichtheit gebrochen und ein spannungsreicher Dialog zwischen Innen und Außen aufgebaut.

 

 

Model_2_KopieModel_1_KopieModel_3_KopieGrundrisse_www_EG_3_KopieGrundrisse_www_OG_3_Kopie

 

Die Entwurfsplanung war anfänglich geprägt von der Diskussion über die Gebäudetypologie und Ausrichtung. Insbesondere im Bezug auf eine Ein- oder Zweigeschossigkeit mußten die jeweiligen Vor- und Nachteile abgewogen werden.

Vorgabe war es, einen Hort für 200 Kinder zu planen, welcher funktional und räumlich an die Grundschule angegliedert werden kann. Da ein Träger und damit das Betreuungskonzept noch nicht vorliegen, sollten die räumlichen Zusammenhänge und Zuweisungen dem Mindeststandard entsprechen und gleichzeitig eine gewisse Flexibilität aufweisen. Zusätzlich zu den Hortfunktionen sollte ein Ess- und Mehrzweckraum integriert werden.

Die Erschließung des Gebäudes erfolgt über die zwei Hauptzugänge „Stadt“ (Ringstraße, Zentrum) und „Garten“ (Parkplatz, Leipziger Straße). Die vertikale Erschließung erfolgt über eine Haupttreppe, sowie einen Aufzug behindertengerecht. Den im Obergeschoss befindlichen Räumen sind zwei Terrassen in Nord-Ost- und Süd-West-Richtung zugeordnet. Diese Freibereiche dienen zum Aufenthalt, zur Verbindung zu den Freispielflächen und nicht zuletzt mittels Freitreppen als Rettungswege.

ERDGESCHOSS

Neben den Haupteingängen Stadt- und Gartenseite befindet sich auf der Nordseite ein weiterer Zugang als direkter Übergang von und zur Schule. Darüber hinaus sorgen untergeordnete Ausgänge in den Fluren und  Ausgänge in den Projekträumen im Erdgeschoss für eine direkte Verbindung ins Freie. Die Projekträume im Erdgeschoss orientieren sich zum Grundstück nach Osten und Süden und besitzen größtenteils einen vorgelagerten überdachten Freibereich. Zur flexibleren Nutzung der Projekträume wurden jeweils zwei Räume mit Faltelementen koppelbar gestaltet.  Der nördliche Gebäudeteil ist über beide Geschosse den Funktionen Sanitär, Technik und Personal vorbehalten. Nach Westen zur Ringstraße orientiert sich der Ess- und Mehrzweckraum, welcher durch Schiebeelemente mit den angrenzenden Flurbereichen koppelbar ist. Je nach Nutzung kann hier eine Öffnung (Zuschaltung von Fläche) oder Trennung (Abschluss Raum) erfolgen. Weiterhin besitzt der Ess- und Mehrzweckraum separat zugeordneten Freibereich. Aufgrund der Brandmeldeanlage im Gebäude lassen sich die Flure über die reine Funktion als Verkehrsfläche hinaus anderweitig nutzen. So können hier die Garderoben in Nebenfluren offen angeordnet werden. Die Garderoben besitzen insgesamt 200 Ranzenfächer und 200 Schuhfächer, wobei sich die Jackenhaken auf bestimmte Bereiche konzentrieren.

Der Fußboden im Erdgeschoss wurde von 0,00 auf –0,60 m abgetreppt, um einerseits die Hanglage des Geländes aufzunehmen und zum anderen größere Raumhöhen, insbesondere für den Essraum zu erreichen. Die behindertengerechte Erschließung erfolgt dabei über zwei 5,00 m lange Rampen.

OBERGESCHOSS

Die Erschließung des Obergeschosses erfolgt über eine geradläufige Treppe mit Podest im offenen Flurbereich. Im Obergeschoss weitet sich der Flur um die Tiefe des östlichen Gebäudeüberstandes im Erdgeschoss. Die offenen, galerieartigen Bereiche zwischen Erd- und Obergeschoss und im Bereich der Garderobe ermöglichen Kontakt und Kommunikation zwischen den Ebenen. Der z-förmige Flur findet seinen Abschluss jeweils mit einem Ausblick zur Ringstraße und zum Garten, wobei in Sitzhöhe eine erkerartige „Lümmelecke“ die Kinder zum Verweilen und Kommunizieren mit dem Außenraum animiert. Auch im Obergeschoss orientieren sich die Projekträume im Wesentlichen nach Osten und Süden. Der Technikraum im Norden konnte entfallen, so dass hier das Fremdpersonal sowie Abstell- und Lagerflächen für Wäsche etc. Platz finden. Im südlichen Gebäudeteil über der „Gartenterrasse“ im Erdgeschoss befinden sich der Raum für differenzierte Arbeit, ein Büro und ein weiterer Projektraum, welcher durch seine Lage und Raumabfolge ein Rück-zugsbereich sein könnte. Ein gesondert ausgewiesener Raum für Hausaufgaben ist nicht vorgesehen, da diese im Altbau der Grundschule erledigt werden. Besondere Aufenthaltsqualitäten bieten die Terrassen nach Nord-Ost und Süd-West. Diese sind sowohl von den Fluren für alle, als auch von drei Projekträumen direkt erschließbar. Eine geradläufige Freitreppe schafft jeweils die Verbindung zum Freispielbereich im Gelände.

 

VERWEISE: