Projekte 2005 Wettbewerbe TOPOGRAPHIE DES TERRORS BERLIN [W]

TOPOGRAPHIE DES TERRORS BERLIN [W]

Realisierungswettbewerb

ARGE mit SpielRaumPlanung und C.Scheffel (LA)

TOPOTERROR1

Das Gelände der Ausstellung "Topographie des Terrors" ist Hauptexponat der Ausstellungskonzeption. Die Unwirtlichkeit des Ortes, seine Leere und die fehlende Existenz im Stadtraum, soll durch die Kargheit des Entwurfes unterstrichen werden. Ein endloser staubiger Weg zwingt den Besucher auf festgelegter Route durch das Gelände. Schotterrasen begrünt die Fläche nur spärlich. Die Leere verstört die Sehgewohnheiten eines Ausstellungsbesuchers. Die Exponate am Weg geben die Geschichte des Ortes frei und werden nur durch niedrige vitrinenartige Abdeckungen geschützt. Der Ausstellungsgraben wird neu organisiert. Ein umlaufender oberer Weg erschließt den 'Mauerweg'  und lässt Blicke in den extrem schmalen Graben zu. Das neue Dach schützt die Ausstellung, weniger den Besucher. Rampen und schräge Ebenen erfüllen den Wunsch nach einer behindertengerechten Ausstellungs- konzeption. Überträgt man diesen Ansatz des Freiraums auf das Gebäude, entsteht eine einfache und spröde Halle. Die zerbrechliche Hülle aus einfachem Drahtglas lässt das Innen erahnen und bildet eine verschwimmende Schnittstelle zum "Ersten Ausstellungsexponat", dem Gelände. Nur durch die Sehschlitze in der gläsernen Haut ist ein direktes Vergleichen von den inneren Inhalten mit der äußeren Realität möglich. Der geländebegleitende Rundgang der Dauerausstellung stellt sich als hölzernes Möbel dar, welches das Innere strukturiert und als Ausstellungsrampe den Raum durchzieht. Die vertiefenden und dienenden Funktionen bilden den Kern oder unterlagern die Rampe. Auf vier verschiedenen Hauptebenen kommunizieren die Inhalte miteinander und lassen sich räumlich vernetzen und koppeln. Mit dem Materialdreiklang wird die Verbindung zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart hergestellt. Das zerbrechliche Glas, der monumentale Beton und die dauerhafte Eiche finden in Gebäude und Gelände Verwendung, wodurch eine verwebte Einheit beider Elemente ensteht.