GRUNDSCHULE AM SCHLOSSPLATZ BÜTZOW MV [W]
Interdisziplinärer Realisierungswettbewerb_1.Preis
MA P.Lüdike (Dipl.Ing.(FH) M.arch)
STANDORT UND KONZEPT
Der neue Schulstandort Bützow ist zum einen städtebaulich geprägt von der historischen Situation der Schlossanlage und zum anderen von der unmittelbaren Nähe eines Flussarmes der Warnow mit angrenzender Auenlandschaft. Hinzu kommt die Prägnanz des Ortes als westliche Eingangssituation zur Kernstadt Bützow. Von großer Bedeutung ist ebenfalls ein Geländesprung innerhalb des Baugrundstückes, hier lässt sich der ehemalige kreisförmige Burgwall als einzelnes Segment achvollziehen. Wesentliche Grundlage für das Neubaukonzept sind die Faktoren Geschichte, Topographie und Funktionalität. Zwei in ihrer Grundfläche quadratische Baukörper sind zueinander versetzt angeordnet, so dass sie als Umlenkung zwischen ehemaligem Arbeitsamt und Schloss vermitteln und damit den Verlauf der historischen Burganlage interpretieren. Die Topographie, welche vom Schloss kommend den Burgwall andeutet, "unterläuft" das Gebäude auf der Auenseite und wird so Teil der Nutzung im Innenbereich. Das Einfließen dieses weichen landschaftlichen Elementes korrespondiert mit der klaren Funktionalität des Gebäudes, wodurch unterschiedliche Beziehungen und Spannungen aufgebaut werden.
GEBÄUDE UND FREIRÄUME
Der Neubau besteht aus zwei Gebäudeteilen mit einer Abmessung von jeweils 16.50 x 16.50 Meter. Entsprechend ihrer Verschiebung zueinander öffnen sie sich in die entgegengesetzte Richtung. So orientiert sich der östliche Körper zu Fluss und Aue und der westliche Körper zum Schloss. Bezüglich ihrer inneren Struktur bilden sie einen Baukörper und somit das dritte Teilobjekt der Grundschule. Die Haupterschließung erfolgt über einen Foyer- und Verteilerbau, welcher Alt- und Neubaubauten horizontal und vertikal miteinander koppelt. Bestimmend für die Gebäudehöhen der beiden Hauptbaukörper war die Überlegung, die Dominanz der Bestandsgebäude nicht zu beeinträchtigen. Insbesondere der östliche Baukörper sollte die Viergeschossigkeit (Auenseite) und damit die Traufhöhe des ehemaligen Arbeitsamtes nicht erreichen. Realisiert wurde dies durch eine halbgeschossig versetzte Ebenenführung im Bezug zu den Altbauten. Im Bereich der Verbindungsstege über dem Foyerluftraum zu den Albauten werden geringe Höhenunterschiede ausgeglichen. Die Klassenräume sind in den Obergeschossen zu beiden Hauptseiten aufgeteilt. So orientieren sich vier Klassenräume nach Südosten (Aue) und zwei nach Nordwesten (Schloss), wobei letzteren eine überdachte Terrasse vorgelagert ist, welche als gemeinsame Freiklasse genutzt werden kann. Über den östlichen, um ein Geschoss überragenden Baukörper erreicht man eine für alle nutzbare Dachterrasse auf dem westlichen Gebäudeteil. Im Erdgeschoss entwickeln sich die Räume und Beziehungen den Nutzungen und Orientierungen entsprechend. Der Übergang vom Foyer zur Landschaft in Richtung Aue erfolgt stufenweise nach unten über die Pausenhalle / Aula, welche die einfließende Topographie in sich aufnimmt. Vom Essbereich erfolgt ebenfalls ein direkter Zugang zu Aula und Schulhof. Der Gymnastikbereich orientiert sich in die entgegengesetzte Richtung nach Nordwesten. Die vorliegende Freifläche entwickelt sich mit dem Gelände nach oben und könnte mit einer "Gymnastikwiese" ihren Abschluss finden. So lädt die Topographie an unterschiedlichen Stellen innen und außen zur Benutzung ein und stellt spannende Beziehungen zum Gebäude her. Der Haupteingang vom Schlossplatz macht sich in Konkurrenz zu den vorhandenen Treppenportalen der Altbauten mit einer langen und massiven Rampe bemerkbar.
VERWEISE:
- Grundschule am Schlossplatz Bützow (Fertigstellung 2008)
- Grundschule am Schlossplatz Bützow (Planung 2006)

