SELBSTNUTZER LEIPZIG
Studie für die William-Zipperer-Straße 111
"have a break, have a garden"
Die William-Zipperer-Straße 111 befindet sich in einem gründerzeitlichen Block in Leipzig-Leutzsch, welcher durch die Georg-Schwarz-, William-Zipperer-, Landweisenhausstraße und den Ellernweg begrenzt wird. Besonders im Eckbereich William-Zipperer-Straße / Ellernweg sind vorgründerzeitliche Gebäudestrukturen erhalten geblieben. Die Gebäude wurden als Gastronomieeinrichtung mit Veranstaltungssaal und integrierter Wohnnutzung errichtet.
Das Potential des Grundstückes besteht neben der Kombination von Alt- und Neubau vor allem in seiner Größe. Durch eine maximale Belegung mit vier Wohnparteien (2xAltbau, 2xNeubau) und einer Zurückhaltung beim Abgrenzen rein privater Parzellen eröffnet sich die Chance, gemeinschaftliche Flächen als Erlebnisbereiche für alle zu qualifizieren.
FREIRAUM
Die Thematisierung einer Gartenlandschaft ergibt sich aus der Differenzierung der unterschiedlichen Bereiche. Beginnend vom gemeinsamen Hof mit dominantem Ahornbaum über verschiedene "Spiel-", "Nutz-" und "Lustgärten" können die Flächen in Funktion und Intensität unterschiedlich definiert und genutzt werden. Der Phantasie der Benutzer sind hier kaum Grenzen gesetzt. So entsteht nicht nur für Kinder ein optimaler Lebensraum.
Der nutzbare Gebäudebestand reduziert sich nach den notwendigen Abbruchmaßnahmen auf das vorgründerzeitliche Vorderhaus. Das 2 1/2-geschossige Gebäude, welches als Einzeldenkmal registriert ist, wurde um 1880 erbaut. Der Erhalt des Gebäudes bedeutet einen Aufwand, der das gewöhnliche Maß einer Sanierung deutlich überschreiten wird. Die besondere stadträumliche Situation und architektonische Qualität des Baudenkmals entscheiden letztlich über den Erhalt, welcher wünschenswert und anzustreben ist.
Die Neubauten befinden sich von der W.-Zipperer-Straße aus im hinteren Bereich des Grundstücks. Die vorhandenen Voraussetzungen bieten die Möglichkeit einer optimalen Orientierung der Gebäude von Nord-Ost nach Süd-West, vom Hof zum Garten. Um die Potentiale der FREIRÄUME nicht zu schmälern, wurde die Anzahl der Stadthäuser auf zwei Stück beschränkt.
STADTHAUS TYP 1
Das Stadthaus "Typ 1" folgt mit seiner Längsorientierung dem klassischen Reihenhausmuster, wobei hier durch die Staffelung Erdgeschoss: Sockel und Obergeschoss: Riegel die vertikale Schichtung der Bereiche, aber auch die Einheiten als solche ablesbar werden. Ausgehend vom Basisgrundriss bestehen die Optionen Keller und Erweiterung. Das Gebäude soll als Massivbau erstellt werden.
STADTHAUS TYP 2
Das Konzept basiert auf der optimalen Ausnutzung der Grundstücksbreite. Dadurch erhalten die Gebäude eine bestmögliche Belichtung über ihre "breiten" Seiten (Hof und Garten). Der einzelne Baukörper stellt sich als Kubus dar, welcher durch die Erschließung in Bereiche1/3-2/3 gegliedert wird. Damit ist die statische Basis für flexible Nutzung und Einbauten gegeben. Die Hoffassade (Nord-Ost) ist als Lochfassade geplant, wobei die flexiblen Bereiche mit dem Rasterabstand von 1.00 m einem Prinzip unterliegen, welches es ermöglicht, die unterschiedlichen Raumanforderungen sichtbar werden zu lassen. Der Nutzer nimmt somit selbst Einfluss auf die Gestaltung der "Partitur". Die Gartenfassade (Süd-West) ist großflächig verglast und wird durch verschiebbare Sonnen- und Sichtschutzelemente gebrochen. Auch beim Stadthaus "Typ 2" besteht die Option Keller und die Erweiterungsmöglichkeit DG in unterschiedlichen Größen. Die Grundrisse sind auf der Grundlage der Basisvariante und entsprechend der Nutzeranforderungen gestaltbar.
