Projekte 2002 Wettbewerbe NEUE ORTSMITTE HOHBERG [W]

NEUE ORTSMITTE HOHBERG [W]

Ideen-und Realisierungswettbewerb_Neue Ortsmitte_Ankauf

HOHBERG

Der Ortsteil Niederschopfheim der Gemeinde Hohberg ist in starkem Maße geprägt von einer historisch gewachsenen und kleinteiligen Dorfstruktur. Die zentrale Ortslage des Wettbewerbsgrundstückes, die unmittelbare Nähe zur Kirche St. Brigitta sowie die verwaltungstechnisch und öffentlich-kulturelle Mitte ergeben dabei eine besondere Situation. Der Umgang mit bestehenden städtebaulichen Strukturen und baulichen Substanzen und das damit verbundene Hinterfragen von Altem aber auch Neuem war entwurfsbestimmend.  

Die vorgefundene „alte“ Dorfmitte Niederschopfheim besteht aus einer heterogenen, zum Teil undefinierten baulichen und funktionalen Gliederung. Ziel ist eine Verortung der „neuen“ Dorfmitte. Die Ablesbarkeit und Erfahrbarkeit des Besonderen sowohl im Bereich der Raumkanten als auch der Topografie vermitteln Definition. Durch Präsenz und Repräsentanz soll sowohl Gliederung erzeugt und Beliebigkeit vermieden, als auch Bewusstsein ermöglicht und Selbstbewusstsein vermittelt werden.  

 

Entsprechend der Reihung von Bestand, Umbau und Neubau, d. h. von Alt zu Neu, werden die einzelnen Nutzungsbereiche nach Möglichkeit und Notwendigkeit zugeordnet. Im Sinne der Bedeutung des Rathauses als Solitär werden hier die zentralen Bereiche von Bürgervertretung und Polizei angeordnet. Das Herauslösen der Wohneinheiten und der Verzicht auf mögliche Anbauten soll den Solitärcharakter verstärken bzw. erhalten. Die westliche Randbebauung, bestehend aus dem Heimburghaus und der ehemaligen Feuerwehr, bleibt der Wohnnutzung und den Vereinen vorbehalten, wobei im ehemaligen Feuerwehrhaus aufgrund der Umnutzung kleinere Eingriffe, wie der Bau einer zusätzlichen Treppe notwendig werden. Im Anschluss Richtung Osten befindet sich die Harmoniehalle, welche die bestehende Hauptnutzung in modifizierter Form beibehält. Durch erhebliche Umbaumaßnahmen soll zum einen den veränderten Anforderungen Rechnung getragen werden und zum anderen eine Harmonisierung der Raumkanten erfolgen. Teile des Gebäudes, wie z.B. die direkte Grenzbebauung, der ehemalige Vereinsraum und die Lage des Saales bleiben erhalten und tragen somit zur Identifikation und Vermittlung bei. Den nord-östlichen Abschluss der Bebauung bildet momentan der Farrenstall, welcher zugunsten eines Neubaues der Feuerwehr abgebrochen werden soll, so dass sich hier die Polarität zwischen Alt und Neu, zwischen Rathaus und Feuerwehr darstellt.

Das bauliche Konzept von Harmoniehalle und Feuerwehr sieht vor, den Saal mit Bühne und das Feuerwehrhauptgebäude in ihrer Höhe und Gestaltung als Einheit zu betrachten, wobei die Nutzungen deutlich durch eine Fuge getrennt sind. Die äußere Fassade besteht aus einer lichten lamellenartigen Holzstruktur, welche die in der Fassade befindlichen Öffnungen, Lichtbänder und Konstruktionen egalisiert. Die Nebenräume der Harmoniehalle entlang eines mit Oberlicht versehenen umlaufenden Ganges sind so organisiert, dass sie je nach Bedarf sowohl intern als auch extern zugänglich sind, womit eine Flexibilität ihrer Zuordnung erreicht wird. Sanitärbereiche und Garderobe sind für eine maximale Belegung von ca. 400 Personen ausgerichtet. Vor dem Ausschank der Küche kann ein „Schaltbereich“ mittels zu öffnender Verglasungselemente wahlweise dem Saal, dem Foyer, oder dem Außenbereich zugeordnet werden.

Die neue Dorfmitte im Sinne der öffentlichen Erlebbarkeit bildet ein Platz zwischen Rathaus, Heimburghaus/Vereinshaus und Harmoniehalle. Durch seine Topografie und der Gestaltung als „harte“ Fläche mit zurückhaltender Möblierung kann er verschiedene Nutzungen aufnehmen. Kommunikation und Veranstaltungen, autark oder in Verbindung mit der Harmoniehalle, definieren die Mitte.

 

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