Projekte 2002 Wettbewerbe ZÜCHTUNGSFORSCHUNG QUEDLINBURG [W]

ZÜCHTUNGSFORSCHUNG QUEDLINBURG [W]

Realisierungswettbewerb_Bundesanstalt für Züchtungsforschung

QUEDLINBURG

KONZEPT 

Der Strich in der Landschaft, die Linie vor der Silhouette von Quedlinburg sind die Bilder, die den Kontext darstellen und das Ziel formulieren. Die sehr flache Bautypologie ist so ausgeformt, das am Ende nur noch der Strich des massivem Obergeschosses bleibt. Aus der Sicht der historischen Stadt, die sich sehr überzeugend als Stadtkrone manifestiert, fügt sich der Neubau harmonisch in dieses historische Gefüge ein, ohne seine Eigenständigkeit und Kraft zu verlieren.

 

PROGRAMM 

Das neue Gebäude beinhaltet ein umfangreiches und komplexes Programm, dessen Bezüge sich am sinnvollsten auf der Fläche entwickeln lassen. Ein wesentlicher Vorteil dieser Methode ist die Möglichkeit der flexiblen Umstrukturierung einer oder aller Institute. Diese Umstrukturierung geht vom Tausch einzelner Räume bis hin zur Verschmelzung oder Abspaltung von Institutsbereichen oder Instituten. Die Zeit und die Forschung sind im ständigen Wandel und brauchen Gebäude die diese Veränderungen in sich aufnehmen können. Alle Komponenten dieses Gebäudes, von der Konstruktion bis zur technischen Ausrüstung sind darauf ausgerichtet.

LANDSCHAFT

Als übergreifendes Thema des Freiraumes werden Bilder und Motive der Züchtung und Felderwirtschaft abstrakt und dreidimensional umgesetzt, in vertikalen Gärten und modellierten Feldern erhalten sie ihre Entsprechung. Der Freiraum südlich der Gebäude gliedert sich in drei Teile, die Landmark - modellierte Kuppe im Dreieck, den Autohain - rauschendes Blätterdach über den Stellplätzen und das Tal der Gräser - verbindende Grünspange zwischen den Gebäuden Wirtschaftshof – Labor-und Institutsgebäude und neuem Gewächshauskomplex. Die Grünspange bildet das Entree der Gesamtanlage. Geschwungene Wege führen durch ein bewegtes hügeliges Gelände, das durch die matte Farbigkeit verschiedener Gräser und Stauden mit bizarren Akzenten durch Schwarzkiefern einen eigenständigen Charakter entwickelt. Steinwälle in der Landschaft werden zu Sitzgelegenheiten für den Vorplatz des Neubaus. Die Landschaftsmodellierung überwindet spielerisch den Höhenunterschied zum Eingangs-bereich und Foyer des Gebäudes. Die Innenhöfe des Gebäudes unterliegen dem Thema Vertikaler Garten. Klettergehölze des mediterranen Raums bilden ein grünes Volumen, der Garten ist in allen Etagen gleichermaßen erlebbar. 

  • HOF I - Der Dschungel unter den Gärten ist als Pausenbereich nutzbar. Terrassen aus verschiedenen Hölzern in Verbindung mit leuchtened weißen Kalksteinbändern erschließen den Hof und sind von Bibliothek und Mensa aus zu betreten. Die Felder der Rankpflanzen sind dicht unterpflanzt mit immergrünen Bambusarten.
  • HOF II -  Ein flächiges Muster aus farbigen Bändern, gestaltet aus verschiedenfarbigen Bodendeckern und Zwergsträuchern füllt die Ebene des Gartens flächig aus. Der Garten ist nicht zu betreten. Spanische Grüne Wände lassen nur wenige Durchblicke zu und ver-größern den Innengarten optisch.
  • HOF III - In diesem Garten wird der Vertikale Garten durch horizontale Elemente gebildet. Flache Pflanzschalen schweben in verschiedenen Höhen durch den Raum. Zurück bleiben Erden, Kiese und Schotter in verschiedenen Farben und Texturen, die den Boden des Gartens zum Teppich werden lassen.

FLORALE MOTIVE

Bei der Abstraktion von floralen Motiven entstehen Formen die keiner strengen Ordnung unterliegen, wenn nicht sogar chaotisch sind, welche man jedoch trotzdem als harmonische Strukturen empfindet und wahrnimmt. Die Faszination die von diesen Motiven ausgeht ist nicht objektiv und rational Erklärbar, aber sie ist da.

 

QUEDLINBURG1

 

AUSSENFASSADE

Das Obergeschoss stellt sich als Platte dar, welche über dem Boden schwebt und in dessen massiver Fassade sich Landschaft und Inhalt gleichermaßen einprägen. Diese Symbiose aus der Weichheit der floralen Motive und der Härte von Funktionalität des Programms und Material bilden das Charisma dieses Gebäudes. Durch die Flächenbündigkeit von transparenter und massiver Fassade wird ein scharf-kantiger Körper erzeugt, der die Ruhe und Introvertiertheit seines Inhalts wiederspiegelt. Die floralen Motive überziehen diesen Körper zum einen als Prägung und Vertiefung in der massiven Beton-Verkleidung und zum anderen als Siebdruck auf den Gläsern. Das Erdgeschoss ist weit zurückgesetzt und strukturiert sich, ohne eigene Fassade, aus-schliesslich durch die Tragkonstruktion des Obergeschosses. Das Erdgeschoss ist offen.

INNENFASSADE

Die Fassaden in den hofähnlichen Kalthallen stellen sich ausschliesslich gläsern dar. Die Fassadenstruktur wird von Aussen übertragen und in ein Spiel zwischen transparent, transluzent und hinterbaut umgewandelt. Die inneren Fassaden sind einzig sich selbst zugewandt und lassen eine visuelle Kommunikation zu. Sie erstrecken sich gleichsam über beide Geschosse und machen somit keine Unterschiede zwischen verschiedenen Programmen. Das was in der äusseren Fassade die Einprägung ist, ist hier das dahinter-liegende, die Nutzung.