Projekte 2002 Initiative L21 LOKAL ZUR WAHL LEIPZIG [L21]

LOKAL ZUR WAHL LEIPZIG [L21]

Installation in einer Baulücke

ARGE L21

L21-WAHLLOKAL

Sechs‑Punkte‑Papier:    Stadt lesen und weiterschreiben

 

1.         AUFKLÄRUNG JETZT

Die Architekten der deutschen Einheit haben den Ostflügel des Landes seiner wirtschaftlichen Fundamente beraubt und das Land in Schieflage hinterlassen. Die hohe Arbeitslosenzahl und der Leerstand von einer Million Wohnungen in Ostdeutschland zeichnen das Gesicht der Gesellschaft. Aber auch in Gesamtdeutschland werden immer weniger und immer ältere Menschen leben, und sie werden immer weniger zu tun haben. Wir müssen lernen damit umzugehen!

2.         STADT LESEN

Städte sind kulturelle Zeugnisse ihrer Bewohner. In ihnen spiegeln sich der Reichtum und das Engagement der Bewohner, ihre Vorstellungen von der Schönheit und den Werten und die Verhältnisse von Eigentum und Besitz wider. Vergangene und gegenwärtige Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle  werden anschaubar, begehbar und begreifbar. Man muss hinsehen. Sie sind lesbar!

3.         KOMPLEXER DENKEN

Gesellschaft und Stadt sind eng miteinander verflochten. Ihre Entwicklung muss im Zusammenhang und bundesweit diskutiert werden. Wie soll sich unsere Gesellschaft im vereinten Europa entwickeln?  Welche Rolle soll Ostdeutschland dabei übernehmen? Orientieren wir uns ausschließlich an unserer eigenen Stadt oder orientieren wir uns an der Region? Wenn wir nach der Stadt suchen, in der wir gut leben können ‑ was bedeutet für uns „gutes Leben“? Welcher Wert steht uns höher ‑ die freie Entwicklung des Einzelnen oder die starke Gemeinschaft?

4.         WENIGER, UND DAS MIT ALLER KRAFT

Manches gibt es weniger: Einwohner, Arbeit, junge Leute. Anderes gibt es zu viel: Flächen, Räume, Wohnungen. Also: in den Köpfen, der  Stadt und der Gesellschaft muss umgebaut werden. Aber wie, wenn sich sämtliche Eckdaten geändert haben? Es gibt eine Entwicklung ohne Wachstum: eine Entwicklung, die nicht auf Quantitäten, sondern auf „neue“, andere Qualitäten setzt. Es gibt bereits Modelle, die mit dem „Weniger“ arbeiten: neue Beschäftigungsmodelle, andere Energieformen, das Einfamilienhaus inmitten einer grünen Stadt... 

5.         NEUE SPUREN IN DER STADT LEGEN

Die europäische Stadt trägt viele Spuren, nicht nur die der Gründerzeit. Die Häuser und Stadträume erzählen verschiedenste Geschichten, auch von der fortwährenden Neugier auf ein Weitermachen, auf ein Umbauen der Stadt, auf ein Anpassen der Stadt an die Bedürfnissen ihrer Bewohner. Aber es gibt es nicht, das vollkommene Umbaurezept. Es gilt: die wichtigen Spuren zu sichern. Das heißt, das die Stadt in ihren Grenzen stabil bleibt und der Überfluss an Flächen im Inneren genutzt wird. Für Baumschulen oder Gemüseplantagen oder für das Einkaufszentrum, dass wieder „reingeholt“ wird... neue Spuren sind zu legen!

6.         NEUE WEGE BRAUCHT DAS LAND

Es gibt viele Steuerungsmöglichkeiten die diskutiert werden müssen: die Neubewertung von Grundstücken und Immobilien; die Gewährung der Eigenheimzulage für bestimmte innerstädtische Orte; die Einschränkung der Pendlerpauschalen; der Stop für Baulandausweisungen im Speckgürtel der Städte...Eigentum als Verpflichtung gegenüber der Gemeinschaft. Entzug des Baurechts für Grundstücke, für die durch ihren Besitzer keine verständliche Nutzung nachgewiesen wird; Abbruchfördermittel sind an die Aufwertung des Grundstücks gebunden z.B. Wald anpflanzen oder Spielplätze anlegen.

Wie welches Mittel wo eingesetzt wird, entscheiden die Städte und Regionen selbst!

 

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