Projekte 2001 Wettbewerbe TRAUTES HEIM LEIPZIG [W]

TRAUTES HEIM LEIPZIG [W]

Ideenwettbewerb_Eigenheimkonzepte_Brachfläche

Trautes_HEIM

Konzeptioneller Ausgangspunkt waren die mittelalterlichen Geschlechtertürme von San Gimigniano, wo jede Familie neben der Wehrhaftigkeit, auch Macht und Reichtum repräsentierte. Auch heute geht es u.a. um Selbstdarstellung, darum, Eigentum zu bilden und zu zeigen. Um dem in seiner Individualität möglichst viel Raum zu geben, wurden lediglich Rahmenbedingungen konzipiert. Die Schaffung eines Rasters aus  massiven Erschließungs- und Versorgungstürmen bilden dabei als Kern die Grundlage für  individuelle Inbesitznahme in vertikaler Richtung, wobei die ausschließlich privaten Flächen ab einer Höhe von ca. 3.40 Meter beginnen. Die damit einhergehende Minimierung der durch private Beanspruchung verbrauchenden Flächen erzeugt maximale öffentliche, halböffentliche und gemeinschaftliche Bereiche auf Geländeniveau.

 

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Die Frage, wie viel Offenheit die Stadt und wie viel Dichte der Mensch verträgt, bedeutet in ihrer Konsequenz eine ständige Gratwanderung. So wird die Behandlung von Dichte und Offenheit im Bezug zu privaten und öffentlichen Räumen in ihrer Einheit und Umkehrung zum  gemeinschaftsbildenden Faktor. Jeder Kern wird durch eine imaginäre und, im Sinne der Prozeßhaftigkeit der Entwicklung, bewegliche Membran umschlossen. Die einzelne Membran wird in ihrer Form und Ausdehnung von der jeweiligen Nachbarmembran beeinflusst und bestimmt. Der Prozess der Konsolidierung des Einzelnen ist somit immer auch ein gemeinschaftlicher und gemeinschaftsbildender Prozess, ein Agieren und Reagieren. Die Grenzen sind schwimmend. Als Abstraktion der Membran erzeugt jeder Kern eine kreisförmige  Aura und als Rechteck eine definierte, maximal auskragende Fläche.

Die verkehrliche Anbindung erfolgt im Wesentlichen über eine Nord-Süd-Durchquerung, welche ausschließlich der inneren Erschließung dient. Der südliche Bereich zwischen Stallbaumstraße, Herloßsohnstraße und Heinrothstraße wird an seinen Flanken durch mehrgeschossigen Wohnungsbau ergänzt, wodurch eine Fassung und Führung der inneren Struktur erreicht werden soll. Der weitestgehend offene Bereich auf Geländeniveau ermöglicht eine ungehinderte Durchwegung von Nord nach Süd. Einschränkend wirken lediglich die Kernzonen unterhalb der überbauten Flächen. Diese sind von den jeweiligen Nutzern als halböffentliche bzw. halbprivate Bereiche zum Beispiel für PKW-Stellplätze/ Garage, Körper für Abstell/Arbeit/Verkauf etc. belegbar.

Die Maximalfläche wird in ihrer Ausdehnung in den Obergeschossen auf 12 X 10 Meter und für den halböffentlichen Bereich im Erdgeschoss auf 10 X 8  Meter begrenzt. Innerhalb dieser Fläche kann eine individuelle Ausformulierung und funktionelle Verteilung stattfinden. Die privaten Freibereiche werden ebenfalls in Art, Größe und Erscheinung vom Nutzer selbst bestimmt und sind als gebaute Freiflächen nicht nur Restfläche sondern wesentlicher Bestandteil. Auf Grundlage der definierten Rahmenbedingungen ist ein großes Maß an Flexibilität für individuelle Entwicklungsmöglichkeiten gegeben. Der Grad der durch einen fortschreitenden Prozess entstehenden Dichte oder Offenheit wird durch den jeweiligen Nutzer und dessen Nachbarn bestimmt.