Projekte 2001 Wettbewerbe UNIVERSITÄT LEIPZIG [W]

UNIVERSITÄT LEIPZIG [W]

Ideen-und Realisierungswettbewerb_Umbau/Erweiterung_Universität

UNI-LEIPZIG

Die bestehende Situation des zentralen Universitätsgeländes ist von einer heterogenen Baukörperstruktur geprägt, wobei die einzelnen Nutzungseinheiten einem klaren Raster und funktionellen Gliederung unterliegen. Das um einen Innenhof gruppierte Gesamtensemble nimmt jedoch mit seinen Außenkanten wenig Bezug auf die städtische Umgebung. So findet eine Korrespondenz zwischen Universität und Stadt trotz exponierter, zentraler Lage kaum statt. Schwerpunkt bildet hierbei die Grimmaische Straße vom Augustusplatz bis zur Universitätsstraße als nördlicher Abschluss des Areals.  

 

 

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Leitidee des Entwurfes ist die Thematisierung des Umganges mit vorhandenen und historischen baulichen und imaginären Strukturen und deren Akzeptanz, sowie die Überlagerung alter und neuer Baulinien und Funktionen. An den Zugangsbereichen zur Grimmaischen Straße vom Augustusplatz und der Universitätsstraße sind Eckbebauungen auf den historischen Grundstücken geplant. Durch diese dreigeschossigen Baukörper mit kommerzieller Nutzung wird einerseits die Blockrandbebauung der Grimmaischen Straße vom Markt kommend aufgenommen und andererseits mit dem Cafe Felsche eine konzentriertere Eingangssituation vom Augustusplatz geschaffen. Überspannt werden diese „Eckpunkte“ im 4., 5. und 6. Obergeschoss von einem Riegel mit universitärer Nutzung, welcher sich an der Orthogonalität der bestehenden Universitätsbebauung orientiert und ca. 4 Meter von der historischen Baulinie abrückt. Die hierbei entstehende bauliche und funktionale Überlagerung erzeugt eine Vermittlung von Alt und Neu, von Universität und Stadt. Die äußere Begrenzung des Campusgeländes wird einerseits streng definiert, andererseits entsteht eine sich öffnende und einfließende Geste mit kommunikativem Charakter. Von der Grimmaischen Straße zu erleben erhebt sich ein zentrales Gebäude mit der Pauliner Aula und dem Hörsaal. Erneut das Thema der Überlagerung aufgreifend bildet der Hörsaal als materielles Symbol für Forschung und Lehre, das Fundament und den Sockel für die Aula als öffentliche Schnittstelle und internen „Überbau“. So werden das rationale und das ideelle Moment von Universität und Aula vereint und transportiert. Die Interpretation von Fundament, Sockel, Unter- und Obergaden, sowie Empore werden die materielle „Auflösung“ in der Vertikalen und damit die weitere Ausformulierung bestimmen. Durch die Verlagerung und Umnutzung von Bereichen des Seminargebäudes wird eine der baulichen Struktur und inneren Organisation entsprechenderen Nutzung des Gebäudes vorgesehen.  

Durch den Abbruch der bestehenden Zentralmensa wird ein entsprechender Neubau notwendig. Die Entscheidung für den Bereich der Moritzbastei eröffnet die Möglichkeit, den südlichen Abschluss des Universitätsgeländes eindeutig zu definieren. Die weiche Form des aufgeständerten und zweieinhalbgeschossigen Gebäudes bildet mit seiner nord-westlichen Kante eine Platzsituation, welche sowohl die Moritzbastei einbezieht, als auch den öffentlichen und universitätsinternen Personenströmen gerecht wird. Zum Schillerpark und Promenadenring wird die Innenstadtkante klar definiert, wobei sich die Mensa als integrales und vermittelndes Element einfügt.  

Die Gestaltung und Neuordnung der Außenräume orientiert sich an einer Differenzierung der Freibereiche. Unterschiedliche Aufenthaltsqualitäten ermöglichen somit differenziertere Benutzungen: von öffentlich-tangierend und kommunikativ-vermittelnd (ENTREE), über multifunktional nutzbar (PLATZ), bis intern und kontemplativ (HOF).