Projekte 2000 Wettbewerbe EMIL SCHUMACHER HAGEN [W]

EMIL SCHUMACHER HAGEN [W]

Realisierungswettbewerb_Emil Schumacher Museum_ Finalist

ARGE mit Claudia Bucher (Architektin)

Hagen-sw

Emil Schumacher kehrt zurück. Obwohl er sich nie von seinen Wurzeln, der Stadt Hagen, getrennt hat, schlägt sein Werk einen Bogen und manifestiert sich als formale Gestalt, welche sich durch ihre Ankunft und endgültige Landung präsentiert. Die Figur, als Objekt, benötigt wie das Bild einen Träger und einen Rahmen. Mit ihrer urbanen Masse übernimmt die Stadt diese Funktion, wobei vorhandene Fehlstellen geschlossen und Randbereiche harmonisiert werden. Als Solitär und materialisierte Idee, von der Majorität umgeben, ist der Bau ein Sinnbild für die Bedeutung Emil Schumachers, in einer Reihe mit Karl Ernst Osthaus und Christian Rohlfs für die Stadt Hagen, die ganze Region und weit darüber hinaus. Auseinandersetzung provozieren, Entgeometrisierung der Gedanken, ausgelöst durch eine sinnliche Störung gesellschaftlich-ökonomischer Steigerungsquoten, sind Prozesse, denen sich Emil Schumacher Zeit seines Lebens ausgesetzt hat. Funktionalität und Emotionen, Realität und Idee sollten gerade hier, entgegen aller argumentativ hervorgebrachter Sachzwänge, die Chance des Dualismus erhalten. Die Elemente der Linie, des Schwebens und des Bogens, sowie die Dynamik als räumlich-statische Erfahrung sind Vorgriff und Nachhall der präsentierten Objekte.

 

Auf den städtischen Routen ungehindert den Museumsplatz überquerend gerät der Besucher fast unmerklich in die Fänge einer Rauminstallation, welche sich bewusst und selbst-bewusst konventionellen Erschließungs- und Ordnungsprinzipien widersetzt. Das Eintauchen in eine Landschaft, das Durch- und Unterlaufen, sowie das sich in ihr Erheben ermöglichen visuell, räumlich und inhaltlich eine allmähliche und dezentrale Annäherung. So wird auf allen Ebenen der fast verschwenderische Umgang mit Richtungen und Linien deutlich. Die archaische Kraft des rauhen Holzes der Ausstellungskörper mit ihrer Schwere, die scheinbar zufälligen Richtungen der Stützen und Träger, sowie die Leichtigkeit der Verglasungs- und Dachelemente bilden mit ihrem Formenzusammenhang einen Balanceakt, welcher auf den Skulpturenplattformen mit all seinen Kontrasten ständig spürbar wird. Im Gegensatz zu der sich hier manifestierenden Offenheit und dem immer wiederkehrendem Kontakt zu den umgebenden städtischen Elementen, sind die Ausstellungsbereiche für Gemälde, Papier und Grafiken introvertiert, sachlich und funktional und dienen bedingungslos ihrem Inhalt. Die Kraft des Materials verleiht den Körpern Stärke und Sicherheit.

 

HAGEN_2HAGEN_1HAGEN_3HAGEN_4Bitmap5_2in_HAGEN

 

 PARTNER:

  • Architekturbüro Claudia Bucher Leipzig