ODE AN DIE GRÜNDERZEIT LEIPZIG [L21]
2.Veranstaltung_Leipzig
ARGE L21
Im Oktober 2000 fand die zweite öffentliche Veranstaltung abermals in dem leerstehenden Kaufhaus statt. Unter dem Titel "Ode an die Gründerzeit" wurde die Auseinandersetzung mit dem Stadtentwicklungsplan Wohnungsbau und Stadterneuerung (STEP Wohnen) der Stadt Leipzig gesucht. Die Kritik am STEP Wohnen, der kurze Zeit später vom Stadtrat beschlossen wurde, bezog sich dabei in erster Linie auf die monofunktionale Betrachtungsweise der gründerzeitlichen Stadtgebiete. Das Konzept des STEP widerspricht der stadtpolitischen Maxime von der europäischen Stadt, als einem kompakten Stadtgefüge mit einer Vielfalt an Nutzungen. Ein weiterer wesentlicher Kritikpunkt war das "fehlende" Konzept in diesem Papier, wodurch der STEP zu einem reinen Analyseplan degradierte.
URBAN PUZZLE
Die Stadt besteht aus unendlich vielen, in sich sehr verschiedenen Teilen, die alle eine grosse Bedeutung auf die Funktionstüchtigkeit der Stadt haben. Die Betrachtung dieser Teile beruht auf einer Layerstruktur [inhaltlich, räumlich, nutzungstechnisch, politisch, etc.]. Wenn man sich diese [Puzzle-Steine] einzeln betrachtet, stellt man sehr schnell fest, das Einige schon sehr alt sind und die Verbindung zu anderen verloren haben. Wir haben uns die Frage gestellt, ob es nicht einer zeitgemässen Interpretation bedarf. Sie besitzen alle einen Inhalt und die Schnittstellen zu anderen, beides ist zu hinterfragen.

In unserer Arbeit sind wir von der chaotischen und komplexen Gesamtheit ausgegangen und haben uns in die konträren Richtungen [Gesamt-Stadtkörper] und [Wohnen/Gründerzeithaus] bewegt.
Standpunkte:
- DIE KOMPAKTE STADT
räumliche Abspaltung periferer [Stadtteile] / Nachverdichtung der Kernstadt / die Stadt ist ein lebendiger, sich selbst modellierender Organismus
- MOBILITÄT
alte Strukturen und Modelle hinterfragen / bestehende Elemente nutzen und mit moderner Technik kombinieren / ÖPNV individualisieren
- GRÜNDERZEIT
man muss mit ihr [umgehen], um sie zu erhalten / die Stadt ist kein Museum, sie ist ein buntes und lebendiges Gefüge
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