Projekte 2000 Initiative L 21 BOOMTOWN IN DER KRISE LEIPZIG [L21]

BOOMTOWN IN DER KRISE LEIPZIG [L21]

1.Veranstaltung_Leipzig

ARGE L21

L21-BOOMTOWN1

Mit der Gründung von L21 zu Beginn des Jahres 2000 verbanden sich zwei Ziele. Zum einen sollte der bislang negativ besetzte Prozess der Schrumpfung und des zunehmenden Leerstandes in der Stadt in positiv besetzte "Bilder und Szenarien" überführt werden und zum anderen sollte ein kontroverser öffentlicher Diskussionsprozess über "die gute Stadt" angeregt werden.

Die Unsicherheit im Umgang mit der Komplexität dieses Themas war bei allen Beteiligten groß und es entstand die grundlegende Haltung, keine starren, allgemeingültigen Lösungsansätze zu entwickeln, sondern sich auf "Expeditionen in die unbekannte Stadt" zu begeben. Durch die unterschiedlichen Arbeits- und Sichtweisen der einzelnen Büros sollte eine Vielzahl von neuen Denkräumen eröffnet und diese der öffentlichen Kritik ausgesetzt werden. Durch Reibung und Widerspruch in internen und externen Auseinandersetzungen sollte inhaltliche Tiefe entstehen und eigenständige Positionen zur Stadt des 21. Jahrhunderts geformt werden.

Im Mai 2000 präsentierte sich L21 mit der ersten Veranstaltung "Boomtown in der Krise" der Öffentlichkeit – den passenden Kontext zum Thema lieferte ein leerstehendes Kaufhaus in der Leipziger Innenstadt. In dieser ersten Veranstaltung zeigte sich bereits die zuvor beschriebene "Strategie der Differenz" in der Wahl grundsätzlich verschiedener Medien zur "Visualisierung des Schrumpfungsprozesses" durch die einzelnen Büros.

 

DAS ESSBARE STADTMODELL

 

Wir haben das Thema kulinarisch interpretiert. Neben einer Klanginstallation zum Thema "Stadt und Geschwindigkeit" war das Lieblingsprojekt der Besucher das "Essbare Stadtmodell". Ein 2 x 2m großer Kuchen in Form der Leipziger Stadtgrundrisses bot die Möglichkeit des köstlichen Experiments mit der "schrumpfenden Stadt".

 

L21-BOOMTOWN0

 

Die Arbeit und die Diskussion am "konkreten Objekt" machte dieses unkonventionelle Modell der Stadt zu einem idealen Kommunikationsinstrument, das wie kein anderes Projekt den positiven Verlust von Stadt Inszenierte.

Die Einordnung der ersten L21-Veranstaltung in ein konventionelles Muster will nicht gelingen; die Atmosphäre changierte zwischen Vernissage, Installation und "architektonischem Happening". Vor allem aber war es ein öffentliches Forum für mehr als 300 Besucher verschiedener Alters- und Sozialschichten.

 

PARTNER: