Büro L21

L21-2

 

>Auszug aus der L21-Broschüre "protokolle 2000-2002" ISBN 3-00-01022-9<

Leipzig sucht. Die Ausgangssituation: Nach zehn Jahren "Boomtown" wird in Leipzig das traditionelle Leitbild der europäischen Stadt hinterfragt. Das ungebremste Wachstum von Bevölkerung, Wirtschaft und Stadt ist zu Ende. Arbeitsplätze fehlen ebenso wie Kinder, und zu viele Menschen sind gen Westen oder ins Umland abgewandert. 60.000 Wohnungen stehen leer.

Im Stadtentwicklungsplan Wohnungsbau und Stadterneuerung (STEP Wohnen), der im Oktober 2000 vom Leipziger Stadtrat beschlossen wurde, sind die Problemzonen im Stadtgefüge dargestellt, die stark von Leerstand und Verfall betroffen sind. Auch die scheinbar schon geretteten und sanierten Gründerzeitstrukturen sind davon berührt. Gemeinsam mit den Plattenbaugebieten werden sie auf den Prüfstand gestellt.

Vor diesem Hintergrund und auf der Suche nach zukunftsorientierten Stadtkonzepten ist L21 als eine Initiative fünf junger Leipziger Architekturbüros im Frühjahr 2000 entstanden. Seitdem sind in der selbstfinanzierten Initiative zur Förderung der zeitgenössichen Planungskultur L21 - einer Verkürzung von "Leipzig im 21.Jahrhundert" - die Büros KARO-Architekten, kombinat 4, S.E.P, hobusch+kuppardt und m.f.s.architekten (franke.stenzel.architekten) vereint. L21 fungiert als Netzwerk und Plattform, von der aus aktuelle Stadtentwicklung inhaltlich und unabhängig diskutiert und öffentlich kommuniziert wird.

L21 will die Chancen und Potentiale dieser Entwicklung ohne Wachstum aufspüren und über allgemeinverständliche Bilder und Konzepte verdeutlichen. Neue Fragen und neue Lösungsansätze werden formuliert und eigene Positionen zur Stadt im 21.Jahrhundert entwickelt und zur Diskussion gestellt.

...

Die theoretische und praktische Konzeptsuche steht in enger Wechselbeziehung zu einer öffentlichen Diskussion. Die Bürger sollen für das Thema Stadt sensibilisiert und zum Mitdenken und Mithandeln angeregt werden. Wie soll die Stadt aussehen, die uns gut leben lässt, in der wir gut leben können? Schnelle und allgemeingültige Lösungen werden so nicht entstehen. Es handelt sich vielmehr um komplexe und ergebnisoffene Prozesse. ...

 

Die kreative Kraft von L21 bildete das mehrköpfige Netzwerk, welches sich aus nachfolgenden Personen zusammen setzte:

Antje Heuer, Marco Bartusch, Bert Hafermalz, Stefan Rettich, Martin Morkramer (bis 12/2003), Tobias Franke, Dirk Stenzel, Sabine Eling Papenhagen (03/2001-07/2002), Maria Bozzo-Costa Wolf, Ute Ehret, Leiv-Patrick Berthel, Jens-Uwe Boldt, Kai-Uwe Schott, Tom Hobusch, Wolf-Heiko Kuppardt, Fritjof Mothes (bis 06/2000), Tim Tröger (bis 06/2000)  

 

Die letzte öffentliche Aktivität der Initiative war das Projekt "WirAlten" im Jahre 2005.